Hundertwasser und seine Mosaikkunst
Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser, eigentlich Friedrich Stowasser, wurde im Jahre 1928 in Wien geboren. Schon früh kam er mit Kunst in Berührung, wurde ihm doch bereits in jungen Jahren ein außergewöhnlicher Formen- und Farbensinn attestiert. Auf ausgedehnten Reisen nach Italien, Frankreich, Nordafrika und Japan entwickelte der österreichische Künstler den typischen labyrinthischen Spiralstil, der sich seit den frühen 80er Jahren auch in seinen architektonischen Entwürfen widerspiegelte. Hundertwasser entdeckte das Mosaik als eigene Kunstform wieder und schuf eine Verbindung zur Architektur – großflächige Fassadenbekleidungen, Säulen und Bodenbeläge sind mit bunten Glassteinchen, Spiegeln und Keramik geschmückt.

Hundertwasserhaus Magdeburg,
Foto: © Barick / PIXELIO
Mit dem Bau der Wohnhausanlage der Gemeinde Wien in der Löwengasse begann seine eigentliche Arbeit im Bereich der Architektur. Und obwohl die Fachkritik den Entwürfen Hundertwassers damals eher mit Ablehnung begegnete, so entwickelten sich auch die Folgeprojekte des Künstlers – viele davon in Deutschland – zu wahren Touristenmagneten. Ob das KunstHaus in Wien (1989-1991), das Themendorf in Bad Blumau (1993-1997), der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen (1999-2001) oder das Hundertwasserhaus in Magdeburg, das der Österreicher noch kurz vor seinem Tod im Jahre 2000 entwarf – sie alle bestechen durch eine intensive, leuchtende Farbigkeit, die sich auch noch in den allerwinzigsten Mosaiken wiederfinden lässt.
Hundertwasser vertrat eine konsequent antitotalitäre Position und war als bekennender Umweltaktivist gegen jede "Geometrisierung" des Menschen und seiner Architektur. Seine Entwürfe weisen eine Fülle verspielter Details auf, die zur Auflockerung der Fassadenstruktur beitragen und das Auge immer aufs Neue überraschen. So geht Backsteingemäuer unvermittelt über in ein Mosaik aus schwarzer Keramik vor einer weißgetünchten Wand, die wiederum von Kletterpflanzen umrankt wird. Bunte Mosaiksäulen verjüngen sich plötzlich oder werden von großen Kugeln durchbrochen – je länger man Hundertwassers Architektur betrachtet, desto mehr Einzelheiten fallen einem auf. Und das ist ganz im Sinne des Künstlers: Architektur soll in Harmonie mit der Natur stehen und einer sterilen Eintönigkeit entgegenwirken. Dass ihm das gelungen ist, beweisen jedes Jahr Hunderttausende, die seine Werke bewundern.

Hundertwasser-Bahnhof Uelzen,
Foto: © Dietmar Lehmann / PIXELIO

KunstHaus Wien,
Foto: © Matthias Brinker / PIXELIO


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